© Stadtarchiv Remscheid

Fundstück

Das Soldbuch des Ernst Laußat

Fundstück des Monats September 2021

Fundstück September 2021 Soldbuch mit Durchschuss
© Stadtarchiv Remscheid
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Passfoto Ernst Laussat
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Das Fundstück des Monats September 2021 ist das Soldbuch des ehemaligen Lenneper Bürgers, Ernst Laußat. Das Soldbuch der Wehrmacht war zugleich der Personalausweis eines Soldaten. Es enthielt unter Anderem Informationen über die Person, den Truppenteil, Aufenthalte in Lazaretten, erhaltene Kleidung und Löhne, Urlaubstage, Besitznachweise über Waffen und Geräte, Besoldungsnachweise und Auszeichnungen. Kurzum es spiegelt das Leben des Soldaten, welchem es gehörte, während des Krieges detailliert wieder. Wer war Ernst Laußat und wie ist es ihm ergangen? Diesen Fragen können wir anhand seines Soldbuches nun nachgehen.

 

Ernst Gustav Laußat kam am 1. Mai 1918 in Zargillen/Königsberg (heute Kaliningrad) zur Welt. Am 26.5.1943 ehelicht er in Lennep die in Bremen geborene Gesche Margareta Gelhaus. 

Betrachtet man sein Soldbuch fällt eines direkt ins Auge, es ist durch eine Patrone am oberen rechten Rand beschädigt worden. Ein Durschuss. Ernst Laußat vermerkt handschriftlich dazu: Steck- und Durchschüsse linker Unterarm, linker Ober- und Unterschenkel. 27.7.1944.

Schwer verletzt wird Laußat am 30. Juli 1944 in ein Lazarett eingeliefert. Bis zum Kriegsende wird er immer wieder in verschiedene Lazarette verlegt. Auch hierüber gibt sein Soldbuch detailliert Auskunft. Am 14.8.1944 wird er in das Reserve-Teil-Lazarett in der Burggasse 2 in Wien verlegt. Am 2.9.1944 wird er innerhalb Wiens ein weiteres Mal verlegt, in das Lazarett in der Hofburg, bevor er von dort am 6.9.1944 im Reserve-Teillazarett in Altenburg-Horn aufgenommen wird. Am 3.5.1945 wird er im Reservelazarett in Schwerin, Abteilung für chirurgische Angelegenheiten, aufgenommen. Am 18.7.1945 wird er noch einmal in das Fallschirm-Feldlazarett in Leer/Ostfriesland verlegt, bevor man ihn am 19.8.1945 in sein Heimat-Lazarett verlegt.

Ernst Laußat ist schwer verletzt, aber er hat den Krieg überlebt und kehrt zu seiner Frau nach Lennep zurück. Die Familie lebt am Gänsemarkt Hausnummer 1.

Im Januar 1947 tritt Laußat eine Anstellung als Telefonist in der Barmer Maschinenfabrik AG an. Die Firma gibt es noch heute unter dem Namen Oerlikon Barmag und ist, eigenen Angaben zufolge, Weltmarktführer im Bereich Spinnanlagen für Nylon, Polyester und Polypropylen sowie Texturiermaschinen. Die Barmag wurde 1922 in Wuppertal-Barmen gegründet und gehörte zu den ersten Maschinenfabriken der Welt, die die Entwicklung eigener Maschinenkonstruktionen für die junge Chemiefaserindustrie aufnahmen.1927 wurde der Sitz nach Lennep verlegt.

Nach dem Tod seiner Ehefrau im März 1979, heiratete Ernst Gustav Laußat am 3.10.1980 zum zweiten Mal. Nur wenige Monate später, am 14. April 1981 verstarb er in Lennep. 

 

Fotos: Bild 1) Soldbuch von Ernst Laußat, Bild 2) handschriftlicher Vermerk auf der ersten Seite des Soldbuchs, Bild 3) Passfoto von Ernst Laußat 

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